Dr. Christoph Morgner
Präses des Ev. Gnadauer Gemeinschafts-verbandes

Grundlagen Texte
Auszüge aus dem Bericht von Präses Dr. Christoph Morgner, Kassel, vor der Gnadauer Mitgliederversammlung im Februar 2005, die sich anlässlich des Startes des „Zahnrad-Prozesses“

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Dirk Scheuermann
Pfarrer und Vorsitzender des Westfälischen Gemeinschaftsverbandes

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Geistlich leiten - Perspektiven für Kinder- Jugend- und Gemeinschaftsarbeit, die in der Leitung wahrgenommen und gewünscht wird.

1.
 Geistliche Leitung ist ein Grundbedürfnis der Gemeinschaftsarbeit. Sie geschieht in der Verantwortung vor Gott. Geistliche Leitung bietet der Gemeinschafts-, Jugend- und Kinderarbeit eine klare Perspektive, erarbeitet eine konkrete Konzeption und beschreibt einen gangbaren Weg.

2. Geistliche Leitung geschieht im Team. Von Gott berufene und von den Mitgliedern gewählte Männer und Frauen ergänzen, unterstützen und korrigieren sich in der Leitungsverantwortung.

3. Es ist wünschenswert, dass die im Neuen Testament beschriebenen Leitungsprofile: Hirte (1.Petrus 5, 1), Leiter (1. Korinther 12,28) und Haushalter ( Tit. 1, 7) im Leitungsteam (Vorstand) einer Gemeinschaft zusammen wirken. Das Profil des Hirten liegt in der Seelsorge. Er wendet sich dem Einzelnen zu, ohne die ganze Gemeinde aus den Augen zu verlieren.

Der Leiter (Steuermann) hält die Gemeinde auf Kurs.

Der Haushalter setzt die Mitarbeiter ins rechte Bild. Er erkennt die Gaben, die die einzelnen Mitarbeiter mitbringen.

4. Leitungshandeln geschieht auf allen Ebenen. Dass dies möglich wird, liegt in der Verantwortung des Leitungsteams. Das Team orientiert sich an Eph. 4, 12: „....damit die Heiligen zugerüstet werden zum Werk des Dienstes. Dadurch soll der Leib Christi erbaut werden.“ Deshalb wird größte Sorgfalt darauf verwandt, Mitarbeiter zu finden, zu schulen, zu begleiten und zu motivieren, die dann wiederum Verantwortung in ihrem Arbeitsbereich übernehmen.

5.
 Geistliche Leitung ist niemals herrschende sondern stets dienende Leitung. Die Grundfragen eines Mitarbeiters, der Leitungsaufgaben wahrnimmt, lauten:
“Wie werde ich ein dienender Mensch für Gott?“
“Wie werde ich ein dienender Mensch für Andere?“ (Markus Müller)

6.
 Die Herausforderungen einer missionarischen Gemeinschafts-, Jugend- und Kinderarbeit werden nur bewältigt, wenn innovative, verheißungsorientierte und offensive Leiter Verantwortung übernehmen. Sie müssen die Fähigkeit mitbringen, Veränderungsprozesse in Gang zu setzen. Angepasste, vorsichtige und defensive Leitung setzt auf oberflächliche Zustimmung. Sie akzeptiert den Status quo. Deshalb wird sie den stets wechselnden Herausforderungen nicht gerecht. (Leighton Ford)

7. Geistliche Leitung fördert die generationenübergreifende Gemeinschaftsarbeit. Leider hat es in der Vergangenheit weitreichende negative Entscheidungen im Verhältnis zwischen Gemeinschaft und EC gegeben, die auf Grund menschlicher Sympathien oder Antipathien gefällt wurden. Verantwortliche geistliche Leitung lässt sich aber nicht von diesen emotionalen Stimmungen manipulieren. Im Verhältnis zwischen Gemeinschaft und EC sollte einfühlsam um Verständnis füreinander geworben werden. Es können nur solche Männer und Frauen Leitungsverantwortung in den Gemeinschaften und EC-Jugendkreisen übernehmen, die ein Herz für den „Senior“ – bzw. „Juniorpartner“ haben.
Im Reich Gottes gilt nicht jung oder alt. Die Zerrissenheit der Generationen wird in der Gemeinschaft mit Jesus geheilt.

8. Geistliche Leitung kann nicht alles, sondern braucht und „liebt“ Ergänzungen. Gott hat keinem Christen alle, aber jedem bestimmte Gaben gegeben, die zum Aufbau des Leibes Christe eingesetzt werden müssen. (Christian A. Schwarz)

9.
 Männer und Frauen, die Leitungsverantwortung übernehmen, lieben Gott über alles und haben ihr ganzes Leben Jesus übergeben. Sie leben aus der Vergebung und wurden von Gott zu großzügigen Persönlichkeiten geformt.

10.
 Die größte Herausforderung für jeden Leiter ist die Kunst, sich selbst zu führen. (Bill Hybels). Sich selbst führen heißt: sich von Gottes Geist führen lassen. Nur wer wie Jesus viel Zeit mit seinem Vater im Himmel verbringt, kann dauerhaft eine Leitungsaufgabe wahrnehmen und ausfüllen.

Dieser Text wurde von Dirk Scheuermann, Velbert, erstellt für den Kongress „Perspektiven 2004“ des Westfälischen Gemeinschaftsverbandes.