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Dirk
Scheuermann
Pfarrer und Vorsitzender des Westfälischen
Gemeinschaftsverbandes

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Geistlich leiten - Perspektiven für Kinder- Jugend- und
Gemeinschaftsarbeit, die in der Leitung wahrgenommen und gewünscht wird.
1. Geistliche
Leitung ist ein Grundbedürfnis der Gemeinschaftsarbeit. Sie geschieht in
der Verantwortung vor Gott. Geistliche Leitung bietet der
Gemeinschafts-, Jugend- und Kinderarbeit eine klare Perspektive,
erarbeitet eine konkrete Konzeption und beschreibt einen gangbaren Weg.
2. Geistliche Leitung geschieht im Team. Von Gott berufene und von den
Mitgliedern gewählte Männer und Frauen ergänzen, unterstützen und
korrigieren sich in der Leitungsverantwortung.
3. Es ist wünschenswert, dass die im Neuen Testament beschriebenen
Leitungsprofile: Hirte (1.Petrus 5, 1), Leiter (1. Korinther 12,28) und
Haushalter ( Tit. 1, 7) im Leitungsteam (Vorstand) einer Gemeinschaft
zusammen wirken. Das Profil des Hirten liegt in der Seelsorge. Er wendet
sich dem Einzelnen zu, ohne die ganze Gemeinde aus den Augen zu
verlieren.
Der Leiter
(Steuermann) hält die Gemeinde auf Kurs.
Der Haushalter setzt die Mitarbeiter ins rechte Bild. Er erkennt die
Gaben, die die einzelnen Mitarbeiter mitbringen.
4.
Leitungshandeln geschieht auf allen
Ebenen. Dass dies möglich wird, liegt in der Verantwortung des
Leitungsteams. Das Team orientiert sich an Eph. 4, 12: „....damit die
Heiligen zugerüstet werden zum Werk des Dienstes. Dadurch soll der Leib
Christi erbaut werden.“ Deshalb wird größte Sorgfalt darauf verwandt,
Mitarbeiter zu finden, zu schulen, zu begleiten und zu motivieren, die
dann wiederum Verantwortung in ihrem Arbeitsbereich übernehmen.
5. Geistliche
Leitung ist niemals herrschende sondern stets dienende Leitung. Die
Grundfragen eines Mitarbeiters, der Leitungsaufgaben wahrnimmt, lauten:
“Wie werde ich ein dienender Mensch für Gott?“
“Wie werde ich ein dienender Mensch für Andere?“ (Markus Müller)
6. Die
Herausforderungen einer missionarischen Gemeinschafts-, Jugend- und
Kinderarbeit werden nur bewältigt, wenn innovative,
verheißungsorientierte und offensive Leiter Verantwortung übernehmen.
Sie müssen die Fähigkeit mitbringen, Veränderungsprozesse in Gang zu
setzen. Angepasste, vorsichtige und defensive Leitung setzt auf
oberflächliche Zustimmung. Sie akzeptiert den Status quo. Deshalb wird
sie den stets wechselnden Herausforderungen nicht gerecht. (Leighton
Ford)
7. Geistliche Leitung fördert die generationenübergreifende
Gemeinschaftsarbeit. Leider hat es in der Vergangenheit weitreichende
negative Entscheidungen im Verhältnis zwischen Gemeinschaft und EC
gegeben, die auf Grund menschlicher Sympathien oder Antipathien gefällt
wurden. Verantwortliche geistliche Leitung lässt sich aber nicht von
diesen emotionalen Stimmungen manipulieren. Im Verhältnis zwischen
Gemeinschaft und EC sollte einfühlsam um Verständnis füreinander
geworben werden. Es können nur solche Männer und Frauen
Leitungsverantwortung in den Gemeinschaften und EC-Jugendkreisen
übernehmen, die ein Herz für den „Senior“ – bzw. „Juniorpartner“ haben.
Im Reich Gottes gilt nicht jung oder alt. Die Zerrissenheit der
Generationen wird in der Gemeinschaft mit Jesus geheilt.
8. Geistliche Leitung kann nicht alles, sondern braucht und „liebt“
Ergänzungen. Gott hat keinem Christen alle, aber jedem bestimmte Gaben
gegeben, die zum Aufbau des Leibes Christe eingesetzt werden müssen.
(Christian A. Schwarz)
9. Männer
und Frauen, die Leitungsverantwortung übernehmen, lieben Gott über alles
und haben ihr ganzes Leben Jesus übergeben. Sie leben aus der Vergebung
und wurden von Gott zu großzügigen Persönlichkeiten geformt.
10. Die
größte Herausforderung für jeden Leiter ist die Kunst, sich selbst zu
führen. (Bill Hybels). Sich selbst führen heißt: sich von Gottes Geist
führen lassen. Nur wer wie Jesus viel Zeit mit seinem Vater im Himmel
verbringt, kann dauerhaft eine Leitungsaufgabe wahrnehmen und ausfüllen.
Dieser Text wurde von Dirk Scheuermann, Velbert, erstellt für den
Kongress „Perspektiven 2004“ des Westfälischen Gemeinschaftsverbandes.
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