Dr. Christoph Morgner
Präses des Ev. Gnadauer Gemeinschafts-verbandes

Grundlagen Texte
Auszüge aus dem Bericht von Präses Dr. Christoph Morgner, Kassel, vor der Gnadauer Mitgliederversammlung im Februar 2005, die sich anlässlich des Startes des „Zahnrad-Prozesses“

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Dr. Christoph Morgner

Präses des Evangelischen Gnadauer Gemeinschaftsverbandes

 

 




Für „Zahnrad“ wird es höchste Zeit. Denn es muss zusammenfinden, was zusammengehört. Heute stellen sich ja eher beklemmende Gefühle ein, wenn es um die Generationen geht. Die Statistiken verheißen für die Zukunft nichts Gutes. Vom Generationenkampf und der Generationenfalle ist die Rede. Doch in der christlichen Gemeinde sehen wir vor allem die Generationen-Chance. Wenn unterschiedliche Altersgruppen beieinander sind, begreifen wir das nicht als Last und Bürde, sondern als Möglichkeit, die Gott uns eröffnet. Jede Altersgruppe bringt Schätze mit. Jede Generation ist so reich, dass sie anderen etwas geben kann. Und zugleich ist jede Generation so arm, dass sie auf die anderen Generationen angewiesen ist. Eine christliche Gemeinde braucht die Unbefangenheit der Kinder, die Spontaneität und den Ideenreichtum der Jugend, die tatkräftige Unternehmungslust der mittleren Generation und erst recht die Lebenserfahrung und Verlässlichkeit der Älteren. Das alles will miteinander „ver-zahnt“ werden. Deshalb freue ich mich darüber, dass die Gemeinschafts- und Jugendverbände das „Zahnrad“ auf ihre Fahnen geschrieben haben. Ein gutes Miteinander der Generationen versteht sich nicht von selbst. Es will erbeten und erarbeitet sein. Dazu wünsche ich uns allen Gottes Segen.

 

Rudolf Westerheide,

EC-Bundespfarrer









„Die Jugend ist die Gemeinde von morgen.“ Der Satz ist nett gemeint, aber ganz und gar falsch! Denn das hieße ja: Das, was sie mal werden soll, nämlich Teil der Gemeinde oder der Gemeinschaft, ist sie noch gar nicht. Und: damit sie es wird, müssen wir die jungen Leute so bearbeiten, dass sie irgendwann so sind, wie wir heute sind.

Wenn sich an dieser Haltung nichts ändert, wird es auch künftig kein Miteinander der Generationen geben.

Denn wenn wir die Jugendlichen heute wie die Zukunft behandeln, werden sie sich morgen als die Gegenwart fühlen und uns für die Vergangenheit halten.

Darum müssen wir ganz neu lernen, uns als die eine Familie Gottes zu begreifen. Nur im Miteinander der Generationen können wir die Potentiale entfalten, die Gott uns gegeben hat. Wir brauchen Zahnrad, um einander kennen zu lernen und mit einer gemeinsamen Vision neu aufzubrechen.